‚Kinder an die Macht‘ sang schon Herbert Grönemeyer, und am Montag, dem 17. November, hatte man wirklich den Eindruck, als ob Jugendliche verschiedenster 9. Klassen die Geschicke unseres Bundeslandes steuern würden. Der ganze Düsseldorfer Landtag war in Kinderhand.
Der Plenarsaal war voll. Dort, wo üblicherweise die Abgeordneten sitzen, saßen zwölf Schulklassen samt begleitender Lehrkräfte. Nach einer Begrüßung durch den amtierenden Landtagspräsidenten André Kuper übernahm dann schnell das Medienkompetenzteam NRW die Regie und informierte über Falschmeldungen und Desinformationen. Was an anderer Stelle der berühmte Rote Faden ist, war hier die nicht ganz freiwillig zur Berühmtheit gekommene Pariser Bettwanze – Sie erinnern sich? Anhand dieses Beispiels wurde eben die Gefahr so genannter Fake News deutlich: Eine vermeintliche Bettwanzenplage sorgte im Herbst 2023 nicht nur für Unbehagen, sondern auch für Stornierungen von Hotelbuchungen, Reiseabsagen, Gewinneinbußen. Der Großteil der Lernenden lauschte gebannt, während einige doch mehr von diesen faszinierenden Plenarsaalstühlen mit eingebauter Vor-und-zurück-Schiebefunktion begeistert waren (MKG’linge sind natürlich nicht gemeint!).
Im Anschluss an diese erste Auseinandersetzung gab es einen Crashkurs in Sachen Landespolitik – wer entscheidet eigentlich was, wie und warum? Hier kamen die jugendlichen „Abgeordneten für einen Tag“ in Bewegung, verließen die Plätze der Legislative und erklommen die Sitze der Regierung, der Exekutive. Haben Sie schon mal auf dem Platz des Ministerpräsidenten (oder des Landtagspräsidenten) gesessen? Einige aus der 9d können sagen: „Ich schon!“ Es wurde deutlich, wie man denn tatsächlich auf diese Plätze kommt und welche Aufgaben mit solchen Ämtern verbunden sind.
Kurz bevor das Zuhörvermögen der Youngster nun wirklich erschöpft war, kam der für viele wahrscheinlich beste Teil: Pause! Für das Catering war wunderbarerweise auch gesorgt.
Am Ende dieses lehrreichen Tages standen zwölf verschiedene Workshops für die zwölf 9. Klassen. Wir waren beim Kölner Stadtanzeiger und setzten uns mit der Presse- und Meinungsfreiheit auseinander und wo diese eigentlich ihre Grenzen haben. Es war ein langer Tag, aber die Stimmung blieb stets oben.
