Piagets Entwicklungsmodell in der Praxis – Ein Projekt im Bonner Kindergarten
In unseren beiden Pädagogik-Leistungskursen der Q1 beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit der kognitiven Entwicklungstheorie des Schweizer Entwicklungspsychologen Jean Piaget. Im Unterricht wurden sowohl biografische Aspekte seines Lebens als auch seine zentralen Forschungsarbeiten sowie die Stufen in der Entwicklung des menschlichen Denkens thematisiert. Besonderes Augenmerk lag dabei auf den von Piaget entwickelten Untersuchungsmethoden und Experimenten, mit denen er vor etwa 70 Jahren Erkenntnisse über Denk- und Lernprozesse von Kindern gewann – unter anderem durch Beobachtungen und Übungen mit seinen eigenen Kindern.
Aufbauend auf diesem theoretischen Fundament führten wir ein praxisorientiertes Projekt durch. Die Schülerinnen und Schüler setzten ausgewählte Experimente Piagets in einem Bonner Kindergarten um, um zu überprüfen, inwieweit seine entwicklungspsychologischen Annahmen auch unter heutigen Bedingungen bestätigt werden können.
Die praktische Durchführung ermöglichte eine vertiefte Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Fragestellungen und Methoden der Entwicklungspsychologie. Dabei zeigte sich, dass viele der von Piaget beschriebenen Entwicklungsstufen weiterhin nachvollziehbar sind, zugleich aber Raum für differenzierte Beobachtungen und neue Interpretationen besteht.
Das Projekt verdeutlichte auf anschauliche Weise die Bedeutung der Verbindung von Theorie und Praxis im pädagogischen Unterricht und förderte sowohl wissenschaftliches Arbeiten als auch reflexives Denken der Schülerinnen und Schüler.
Der Tag im Kindergarten war ein spannender Einblick in die Verbindung von Theorie und Praxis – und in die Welt kindlichen Denkens!
